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Leben in Shanghai China, Shanghai Reiseführer

    Shanghai Reiseführer, Leben in ShanghaiShangh ist das Wirtschaftszentrum Chinas. Es verfügt über den landesweit größten Überseehafen, ist der größte Industriestandort Chinas und nimmt eine zentrale Stelle in den Bereichen Finanzen, Handel und Schifffahrt ein. In Bezug auf das Wirtschaftsvolumen, Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt und verfügbare Einkommen pro Kopf steht Shanghai landesweit in vorderster Reihe. Shanghai hat eine Geschichte von mehr als 700 Jahren und ist seit hundert Jahren eine weltoffene Metropole. Die Shanghaier Kultur wird „Haipai-Kultur“ genannt. Sie entwickelte sich auf der Basis traditioneller Kulturen Südchinas und vermischte sich mit der westlichen Kultur. Damit ist das heutige Shanghai eine Kombination von Alt und Jung, von Tradition und Moderne.

    China Shanghai Reiseführer, Tatsachen über Shanghai

    Fläche: 6340,5 QK

    Bevölkerung: 24,1515 Mio

    Einmal Shanghai Reise bei einer Chinareise auszulassen, ist fast unmöglich. Als eine der größten und pulsierendsten Städte des Landes steht Shanghai an der Spitze einiger Orte, die das repräsentieren, wovon das übrige China nur träumen kann. In gewisser Weise ist Shanghai mit dem modernen China gleichzusetzen: Es entspricht dem echten China, nur möglicherweise sieht dieses echte China nicht so aus wie Besucher es sich vorgestellt haben.

    Shanghai GassenIn einem Land, das auf fünf Jahrtausende Geschichte zurückblickt, wirkt Shanghai wie gestern erst geboren. Wer genug hat von Terrakotta-Kriegern, muffigen Palästen und düsteren Kaisergräbern, gibt sich dem unverbrauchten Charme Shanghais hin. Hier gibt's keine alten Tempel oder ehrwürdigen Denkmäler, dafür erwartet den Besucher eine flippige Mischung aus Artdeco-Architektur, Magnetschwebebahnen, Wolkenkratzern, französischen Patisserien, Jazz, europäischem Straßenbild, lilong (Gassen) aus dem 19. Jh. und Cocktailbars am Bund.

    Shanghai ist vor allem eine Stadt voller Action, weniger eine Stadt der kreativen Vordenker. Hier gibt es kaum intellektuelle Aktivisten, die Flugbblätter verteilen, dafür türmen sich Wolkenkratzer vor einem auf. Die Bewohner Shanghais tratschen über Nichtigkeiten, ihre echte Unterhaltung hingegen dreht sich ums Geld. Die Macher des modernen China mögen Beijing bevorzugen, aber ihre Aufmerksamkeit - und ihr Geld - sind in Shanghai.

    Shanghai mit seiner einzigartigen kolonialen Geschichte würde als Vor- oder Abspann zu einem Film über das persönliche China-Erlebnis passen, denn in keiner anderen chinesischen Stadt findet sich so viel Vertrautes im Straßenbild. Der Bund, die Französische Konzession und das Shanghai-Museum sind unübertroffene Highlights. Jeder Einzelne wird sich für die neonbeleuchteten Flächen am anderen Ufer des Huangpu Jiang in Lujiazui begeistern, die stetig weiterwachsen.

    Shanghai, die offenste Stadt Chinas

    Offen und international wie es war, übernahm das alte Shanghai rasch und unablässig als erste Stadt des Ostens alles Moderne aus dem Westen. Jemand hat einmal gesagt, dass Shanghai, weil es sich am Bund zum Fluss hin öffnete, die Idee von Grenzen fremd war und dass vielleicht dies ein Grund für seine Offenheit war.

    Shanghai ChinaMitte des 19. Jahrhunderts gelangte eine ganze Reihe von Einrichtungen aus dem Westen nach Shanghai: Banken wurden 1848 eingeführt, Straßen im europäischen Stil 1856, Gaslatemen 1865, das Telephon 1881, fließendes Wasser 1884, Automobile 1901 und Elektrobusse 1908. Die Brüder Lumiere entdeckten 1895 in Frankreich den Film, und bereits acht Monate später gab es ein Kino im Stadtteil Hongkou in der Zhapu-Straße. In den 1930em konnte Shanghai es, was moderne Einrichtungen anging, mit den fortschrittlichsten Städten der Welt aufnehmen.

    Ein Charakteristikum des alten Shanghai war seine Öffnung zur Welt; die Stadt war das größte Einfallstor für westliche Kultur nach China. Im Zeitraum von 1840 bis 1949 wurden außer den bereits genannten Neuerungen andere kulturelle Errungenschaften - materieller wie intellektueller Natur - in Shanghai eingeführt, darunter Zeitungen, Musik, Malerei, Theaterstücke, Tanz, der Zirkus, Zauberei, das Grammophon, Photoapparate, Telegraphen, elektrische Ventilatoren, Nähmaschinen, Wassersprenger, westliche Anzüge, Kaffee, westliche Speisen, Bier, der Gregorianische Kalender, die Woche mit sieben Tagen, westliche Hochzeiten, Bibliotheken, Museen, die Polizei und der Brauch, Unternehmen von einem Vorstand führen zu lassen. Von Shanghai aus verbreiteten sich alle diese Neuerungen ins Hinterland.

    Die kosmopolitische Offenheit des alten Shanghai zeigte sich am deutlichsten in den Gebäuden am Bund. Es gab dort 28 Gebäude von zehn oder mehr Stockwerken, die 17 europäische Architekturstile repräsentierten, darunter den englischen, russischen, deutschen und österreichischen; daher auch der Spitzname „Weltausstellung der Architektur“. Das Sassoon-Haus am Bund Nr. 20 (das heutige Nordgebäude des Peace Hotel) hat 13 Stockwerke, und seine eleganten Zimmer sind in den Stilen unterschiedlicher Länder, darunter China, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Indien, Japan, Italien und Spanien möbliert. Daher wurde es als„ Erstes Haus im Fernen Osten“ gerühmt.

    Modebewusstes Shanghai - altes Leben in Shanghai

    Leben in ShanghaiIm alten Shanghai galt das modebewusste Verhalten vor allem dem westlichen Lebensstil, in dem Cafes und Tanzveranstaltungen eine herausragende Rolle spielten. Cafes waren bei den Menschen im alten Shanghai sehr beliebt; die bekanntesten waren Xinya und Sullivan in der Nanjing Road, Constantine und Balkan an der Kreuzung beim Jing’an-Tempel und Little Men gegenüber dem Cathay-Theater. Am frühen Abend eines dieser Cafes aufzusuchen und bei kräftig duftendem Kaffee mit Freunden zu plaudern war für Schriftsteller eine liebgewordene Gewohnheit. Man übertreibt nicht, wenn man sagt, dass die literarischen Zirkel des Shanghai der 1920er und 30er Jahre ihr Zuhause im aromatischen Duft der Cafes hatten.

    Das alte Shanghai rühmte sich auch zahlreicher Tanzsäle. 1946 waren ca. 3300 berufsmäßige Tanzmädchen amtlich registriert. Die Stadt war berühmt als die „Stadt im Osten, die niemals schläft“; das Nachtleben war bunt, es gab zahlreiche Tanzsäle. Am bekanntesten waren das Paramount, der Metropolitan Garden, der Lido und St. Anna, um nur einige zu nennen. Im Paramount spielten russische Musiker den neuesten Jazz aus den USA. Das Paramount ist auch heute noch bekannt; der zeitgenössische Schriftsteller Bai Xianyong (geb. 1937) erwähnt es in seinen beiden Geschichten „Die alte Jin“ und „Yin Xueyan für immer“.

    Die Menschen im alten Shanghai liebten Mode und westliche Lebensart, doch waren sie keineswegs völlig verwestlicht. In alltäglichen Bräuchen und Gewohnheiten bewahrten sie ihre eigene, aus den benachbarten Provinzen Jiangsu und Zhejiang stammende Kultur.

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