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Die Chinesische Mauer & Große Mauer, Weltwunder in China

    Die Chinesische Mauer BilderKeine Darstellung der chinesischen Kultur ist vollständig ohne die Erwähnung der Chinesischen Mauer.

    Die Geschichte der Chinesischen Mauer

    Geographische Struktur und klimatische Bedingungen Chinas führten von Alters her zur Entwicklung zweier unterschiedlicher Kulturen. Der Süden, wo der Boden nutzbar ist und ein warmes Klima vorherrscht, eignete sich für den Ackerbau. Der kalte Norden war insbesondere für die Viehhaltung geeignet. Der Süden hatte eine verhältnismäßig weit entwickelte Landwirtschaft, während der Norden rückständiger war. Stabilität war für die landwirtschaftlich geprägte Bevölkerung im Süden wichtig. Die Stämme im Norden hingegen waren als Viehhalter sehr mobil. Da ihre Erzeugnisse aus der Tierhaltung begrenzt und weniger verlässlich waren, hingen sie von den landwirtschaftlichen Produkten im Süden ab. Die Invasionen des Südens durch die Nomadenvölker aus dem Norden erfolgten oftmals mehr aus wirtschaftlicher Notwendigkeit als aus dem Bestreben nach Expansion.

    Beginnend mit der Qin-Dynastie vor über zweitausend Jahren bis zu den späteren Dynastien Chinesische Mauer Weltwunderdrangen Stämme aus dem Norden, wie die Xianyun, die Xiongnu, die Tujue, die Huihe, die Qidan (Kitan), die Nüzhen (Dschurdschen) und die Mongolen immer wieder in den Süden ein. Oft unterlagen die dortigen Truppen den wendigen Reitern aus dem Norden. In dieser Lage diente die Chinesische Mauer als wenn auch nicht perfekte, so doch wirkungsvolle Verteidigungslinie.

    So trennte die Chinesische Mauer die Stämme im Norden und im Süden voneinander und beschränkte zugleich den Kontakt zwischen ihnen. Doch verringerte sie die Konflikte zwischen beiden Seiten, so dass sie sich unabhängig voneinander entwickeln konnten. Im Süden schützte und förderte die Mauer die agrarische Wirtschaft; gleichzeitig zwang sie die Stämme im Norden, die Plünderungen des Südens aufzugeben und ihre eigene Zivilisation zu entwickeln.Die Mauer legte so die Grundlage für den späteren Austausch und die Verständigung zwischen den Kulturen im Süden und im Norden.

    Ohne die Große Mauer wäre die chinesische Geschichte anders verlaufen. Der Vater der chinesischen Republik Dr. Sun Yatsen (1866-1925), der Anführer der Revolutionäre, die 1911 die kaiserliche Qing-Dynastie (1616-1911) stürzten, drückte das so aus: „Aus heutiger Sicht wäre die chinesische Zivilisation ohne die Große Mauer in der späten Qin-Zeit oder frühen Han-Zeit von den Stämmen aus dem Norden zerstört worden, lange vor der Song- (960-1279) und der Ming-Zeit. Dann wäre es weder zur Blüte in der Han- und Tang-Zeit (618-907) gekommen noch zur Integration der südlichen und nördlichen Völker."

    Im Verlauf der Geschichte entwickelten sich entlang der Chinesischen Mauer wirtschaftlich prosperierende Gebiete, insbesondere in der Nähe der Dutzende von Pässen, wo Menschen von beiden Seiten wirtschaftlichen und kulturellen Austausch miteinander pflegten. Lange Zeit ergänzten der Ackerbau im Süden und die Tierhaltung im Norden einander und waren voneinander abhängig. So entwickelten sich durch die Mauer neue wirtschaftliche Strukturen, die für beide Seiten von Nutzen waren.

    Chinesische Mauer, Weltwunder in China

    Die anrührendste Legende über die Chinesische Mauer ist die der Mengjiang, die in der Regierungszeit des ersten Qin-Kaisers lebte. Nachdem ihr Ehemann zum Bau der Mauer eingezogen worden war, vermisste sie ihn so sehr, dass sie viele Meilen zurücklegte, um ihn zu sehen. Als sie schließlich an der Baustelle ankam, sagte ihr ein Landsmann, dass ihr Mann gestorben und unter der Mauer begraben sei. Ihr brach das Herz, sie weinte drei Tage und Nächte lang, bis - so will es die Legende - die Mauer Stück für Stück zusammenbrach.

    Die Mauer forderteDie Große Mauer einen hohen Preis. Die Legende der Mengjiang sieht für das Leiden der Menschen und zeigt, dass sie den tyrannischen Ersten Kaiser der Qin hassten. Die Mauer als solche verurteilten sie indes nicht, denn es gab keinen Grund, dieses schützende Verteidigungsbauwerk abzulehnen. Die Erbauer der Mauer waren nicht etwa - wie mitunter behauptet wird - Feiglinge, die sich von anderen abschotten wollten, sondern Helden mit unbeugsamem Willen und einer Kraft, die ihresgleichen sucht.

    Über die Jahrhunderte wurde die Chinesische Mauer für die Chinesen Symbol für Einigkeit und Kraft. Sie zeigt, dass mit gemeinsamem Willen und gemeinschaftlicher Anstrengung Großes erreicht werden kann. Die im Anti-Japanischen Krieg(1937-1945) enstandene Nationalhymne z. B. rief die Chinesen auf, „mit eigenem Fleisch und Blut eine neue Chinesische Mauer zu errichten".

    Das Wunder der Chinesischen Mauer besteht in ihrer großartigen Vielfalt. Sie ist zwar ein Verteidigungsbau, doch ist sie keineswegs ein gleichförmiger langer Mauerbau. Stattdessen besteht sie aus unterschiedlichen Teilen mit verschiedenen Verteidigungsfunktionen. Dazu gehören Blockhäuser, Garnisonsstädte und Passfestungen an strategisch wichtigen Punkten, ebenso wie Türme für Feuersignale.

    Das in der Ming-Zeit errichtete Teilstück der Mauer bei Simatai in der Nähe von Peking ist das beste Beispiel für ihren mäandrierenden, rhythmischen Verlauf. Simatai, wo sie über einem besonders steil abfallenden Abhang errichtet wurde, wird oft als Sinnbild des Wunders der Mauer bezeichnet.

    1987 wurde die Chinesische Mauer in die Liste des UNESCO- Weltkulturerbes aufgenommen.

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