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Das chinesische Kunsthandwerk

    Das volkstümliche Kunsthandwerk, als wichtiger Bestandteil der antiken Kultur und Kunst Chinas, kann auf eine lange Geschichte zurückblicken und ist von einer schier unglaublichen Vielfalt. Betritt man diese Landschaft des Kunstgewerbes, hat man den Eindruck, ein riesiges Museum zu betreten.

    Viele Arten des Kunsthandwerks in China haben eine tausendjährige Geschichte oder sind sogar noch älter, wie beispielsweise die farbigen Tonwaren, die Jadeschnitzereien aus dem Neolithikum oder die Holzfische der Hemudu-Zeit, die vor mehr als 7.000 Jahren entstanden. Kunsthandwerk ist immer eine Fortentwicklung der primitiven Kunst und enthält immer noch Elemente jener längst vergangenen Epochen. Einige Motive der Scherenschnitte oder der Stickereien beispielsweise lassen Spuren des frühen Totemismus erahnen. Mit der Zeit bildeten sich unterschiedliche Stile heraus. Die Bronze-, Lack-oder Porzellanarbeiten, die Stickereien, alle einmalig, zeigen eine hohe Kunstfertigkeit, die über die Jahrhunderte mehr und mehr verfeinert wurde.

    Die Gegenstände des Kunsthandwerks umfassen alle Bereiche des alltäglichen Lebens und verbinden hohen Gebrauchswert mit eigener Ästhetik. Kunsthandwerk stellt im Kern eine Verbindung von praktischer Handwerkskunst mit der Lebensphilosophie eines Volkes dar.

    China ist ein riesiges Land mit enormen geographischen und klimatischen Unterschieden, mit unterschiedlicher Flora und Fauna. Und so bildeten sich nicht nur regional unterschiedliche Lebensweisen und Kulturen heraus, sondern auch das Kunsthandwerk variiert sehr stark, je nach Region und Umweltbedingungen. Im Südwesten Chinas beispielsweise wächst Bambus und wird daher vielfach als Grundmaterial, vor allem für Flechtwerk, verwendet. Im Norden dagegen, wo Weizen und Sorghum gedeihen, verwendet man vorzugsweise diese. Während im warmen, feuchten Süden Chinas Baumwoll-, Hanf-und Seidenstoffe Verwendung finden, nimmt man im kalten Norden Leder, Filz oder Wolle. Und selbst, wenn dasselbe Material verwendet wird, sind doch die Ausführung und Verarbeitung je nach Region, Brauchtum und Tradition unterschiedlich. Wir zeigen das im folgenden an Hand der Scherenschnitte und der Neujahrsbilder.

    Das Kunsthandwerk Chinas enthält unzählige Elemente seiner reichen Kultur, seiner Sitten und Gebräuche, die zum großen Teil auch heute noch lebendig sind. In China gilt beispielsweise der Tiger als König der Tiere. Daher sieht man heute noch manchmal kleine Kinder Schuhe tragen, die wie Tigerköpfe aussehen. Dies geht auf die Verstellung zurück, daß der Träger solcher Tigerschuhe vor Unheil geschützt ist und daß die Kraft des Tigers auf den Träger übergeht. So kann man in den
    heutigen kunsthandwerklichen Gegenständen - seien es die Scherenschnitte, die Neujahrsbilder, das Papierpferd, die Thangkas oder die reich bestickten Stoffe-immer noch die Vergangenheit erspüren, die Sitten und Gebräuche unserer Verfahren erahnen.
    Von den unzähligen kunsthandwerklichen Produkten haben wir hier nur 26 aus verschiedenen Regionen ausgewählt. Dennoch kann man erkennen, wie reich China an Volkskunst ist. Und wie wir zu sagen pflegen: auch ein Tautropfen kann die Schönheit der Sonne widerspiegeln, so mag man von dieser Auswahl auf den ganzen Reichtum schließen.

    Es ist eine Freude , durch China zu reisen und seine alte Geschichte und seine mannigfaltige Kultur kennenzulernen, die sich im regionalen Kunsthandwerk spiegelt. Von den prachtvollen Lackarbeiten in Shanxi zu den wunderschönen Kleidern aus Fischhaut des Hezhe-Vblkes, von den exquisiten dreifarbigen Tongefäßen zu den indigo-blauen Baumwollstoffen, von der kunstvollen Sichuan-Stickerei zu den Duftbeutelchen aus Gansu ... Die Reise führt durch ganz China.

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